Rückschau
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  • Neckarsulmer Fachgespräch 2011

     

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    Beim traditionellen Neckarsulmer Fachgespräch am 29. November 2011,  durften wir in diesem Jahr den Ministerialdirektor des baden-württembergischen Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Wolfgang Reimer, in der VTG-Geschäftsstelle begrüßen. Bei diesem jährlich stattfindenen Gedankenaustausch zwischen dem Ministerium, dem Vorstand des VTG und dessen örtlichen Vertretern in den Landkreisen sowie dem Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg können in offener Atmosphäre die Anliegen, Probleme und Vorstellungen der aktuellen Flurneuordnungspraxis direkt mit der Spitze des MLR erörtert werden.
    Die Vertretern der Teilnehmergemeinschaften nutzten diese Möglichkeit rege. Sie verwiesen auf die Erfolge der laufenden Verfahren und verbanden dies mit dem unbedingten Wunsch, auch künftig den ländlichen Raum durch Flurneuordnung und Landentwicklung zu unterstützen. Thematisiert wurde außerdem der Ausbaustandard ländlicher Wege. Für Haupterschließungswege wären breitere und tragfähigere Lösungen notwendig. Wichtig war den Teilnehmern auch, der zunehmenden Flächeninanspruchnahme – auch durch Ausgleichsmaßnahmen für an sich schon flächenzehrende Infrastrukturmaßnahmen – Einhalt zu gebieten. Photovoltaikanlagen auf der Fläche wurden in diesem Zusammenhang ebenfalls kritisch gesehen. Nicht zuletzt wurde konkret auf die Notwendigkeit von Flurneuordnungsverfahren zur Erschließung und Neuordnung von Waldgebieten insbesondere vor dem Hintergrund der Aktivierung des Holzvorrates im Kleinprivatwald hingewiesen

    „Vor dem Hintergrund der Finanzierbarkeit zahlreicher Förderprogramme, darunter die Flurneuordnung, muss schon die Frage beantwortet werden, ob wir uns z. B. teure Wald- oder auch Rebverfahren noch leisten können“, dämpfte Herr Reimer die Erwartungen etwas. Klares Ziel von Baden-Württemberg sei jedoch, genügend eigene Kofinanzierungsmittel zur Verfügung zu stellen, um die bereitstehenden Fördermittel des Bundes und der EU auch nutzen zu können. In diesem Zusammenhang wurde verdeutlicht, dass im Rahmen von Flurneuordnungsverfahren 1,50 Euro aus der Landeskasse von Baden-Württemberg Gesamtinvestitionen von zehn Euro im ländlichen Raum generieren.

    Breiten Raum nahm die Diskussion über die Personalausstattung der Flurneuordnungsverwaltung ein. Viel Hoffnung auf eine wesentliche Entspannung  konnte der Ministerialdirektor auch hier nicht machen. Selbst die Realisierung eines (notwendigen) Einstellungskorridors von jeder zweiten frei werdenden Stelle steht im Widerspruch zu den aktuellen Einsparvorgaben. Herr Reimer vertritt allerdings das Ziel, generell bei künftigen Personalreduzierungen nicht nur einige wenige Ressorts, wie dies bieher üblich war, sondern alle Ministerien und die nachgeordneten Bereiche einzubeziehen.

    Einen wichtigen Hinweis brachte der Amtschef des MLR zum Arbeitsprogramm der Flurneuordnungsverwaltung – das ist die Zusammenstellung der zur Anordnung vorgesehenen Verfahren – mit. Bevor über die Anordnung neuer Verfahren entschieden wird, soll ein Arbeitskreis – unter Beteiligung des VTG – Kriterien erarbeiten, die dafür als Entscheidungsgrundlage dienen. Besondere Berücksichtigung soll dabei das Maß der ökologischen Ausrichtung der Verfahren finden. Als Steuerungsmöglichkeit sieht Herr Reimer hier z. B. den Fördersatz für die jeweiligen Verfahren. „Denkbar ist, dass zusätzliche Maßnahmen für den Naturschutz durch einen höheren Fördersatz für das Verfahren honoriert werden.“

    „Die Anwendung der Ökokontoverordnung, die seit 1. April 2011 in Baden-Württemberg in Kraft ist, sei bisher nicht zufriedenstellend“, so Herr Reimer. Genau darin sieht er aber den Ansatz, um den Flächenverbrauch bei Ausgleichsmaßnahmen zu reduzieren. Einigkeit bestand darin, dass der Flächenverbrauch insgesamt reduziert werden muss.

    Die Vertreter der Teilnehmergemeinschaften dankten Herrn Ministerialdirektor Wolfgang Reimer für den offenen Gedanken- und Meinungsaustausch zu diesen und weiteren Themen und verbanden Ihren Dank mit der Einladung zur Fortsetzung auch im kommenden Jahr.

  • Fachexkursion 2011 "Elsass-Vogesen-Straßburg"


    In den frühen Morgenstunden des 10. Mai 2011 starteten 50 Teilnehmer, Mitglieder, Vorstände und Beschäftigte des VTG und der Flurneuordnungsverwaltung zur dreitägigen VTG-Fachexkursion 2011 in Richtung Elsass, Vogesen und Straßburg. Ziel dieser Reise war ein direkter Vergleich der Lebensverhältnisse im ländlichen Raum und der Ansätze der Landentwicklung diesseits und jenseits des Rheins.

     

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    Das erste Exkursionsziel befand sich noch in heimischen Gefilden. Angesteuert wurde der Ramsteinerhof in Fischerbach-Hintertal im mittleren Schwarzwald.

    Dort stellte der Leiter der Flurbereinigungsbehörde des Ortenaukreises, Dieter Weishaar, seinen Landkreis, die dort anhängigen Flurneuordnungsverfahren und speziell das Schwarzwaldverfahren Fischerbach vor.

    Anschließend gab der Generalsekretär des Eurodistrikts Strasbourg-Ortenau, Dr. Marcus Obrecht, einen Überblick über die Struktur, die Ziele und die aktuellen Projekte dieses regionalen, grenz überscheitenden Gebietszusammenschlusses. Veranschaulicht hat er seine Ausführungen an den praktischen Fragestellungen des Alltags der Menschen des Eurodistrikts.

    Schließlich stellten die Eheleute Ulrich und Brigitte Müller ihren Betrieb vor und bewerteten die Vorteile der Flurbereinigung Fischerbach, deren Vorsitzender Herr Müller ist, aus ihrer Sicht. Beeindruckend ist die breite Diversifizierung des Ramsteinerhofes. Von der Holzvergasung zur Energieerzeugung, der Veredelung von Streuobst in der eigenen Brennerei, über die klassische Wald- und Landwirtschaft, Viehhaltung, bis hin zur Direktvermarktung und dem Angebot von Urlaub auf dem Bauernhof steht dieser Betrieb auf mehreren sich ergänzenden Standbeinen.

    Während der Ausführungen konnten sich die Reiseteilnehmer bei einem sehr vielfältigen, frischen und mit regionalen Spezialitäten bestückten Vesper ausgiebig stärken.

    Mit diesem ersten Programmpunkt wurden die typischen Strukturen des Schwarzwaldes nochmals verdeutlicht und konnten – frisch in Erinnerung gebracht - bei den folgenden Programmpunkten mit den Verhältnissen jenseits des Rheins verglichen werden.

    Der Zweite Programmpunkt des Tages war ein Pilzzuchtbetrieb in Batzendorf (District du Bas-Rhin). Nach der Übernahme der elterlichen Althofstelle überlegten die beiden Söhne Vincent und Francis Lang, wie der umfangreiche Bestand an Wirtschaftsgebäuden sinnvoll und auch rentabel genutzt werden könne. Ihre Idee war, durch eine Klimatisierung der Scheunen optimale Bedingungen für die Zucht von Pilzen zu schaffen. Heute werden in diesem 2-Mann-Betrieb täglich ca. 200 Kilogramm davon geerntet und überwiegend frisch, aber auch in weiterverarbeiteter Form, regional auf Märkten und in der Gastronomie vermarktet. Eine Kostprobe ergänzt durch selbstgebrautes Bier lässt auch weiterhin Erfolg für diese Geschäftsidee erahnen.

    Unterwegs auf der Fahrt nach Batzendorf wurden mehrere Unternehmensflurneuordnungsverfahren im Zusammenhang mit dem Bau der TGV-Strecke Paris - Straßburg tangiert. Die Struktur der Flurneuordnungsverwaltung im Elsass wurde vorgestellt.

    Ideen für die nächste Urlaubsplanung konnten sich die Reiseteilnehmer im weiteren Verlauf der Exkursion holen. Thema war „Ländlicher Tourismus auf dem Wasser – führerscheinfreie Hausbootferien auf dem Rhein-Marne-Kanal". Dieser Kanal muss die Vogesen überqueren und besitzt somit zahlreiche Schleusen und auch Tunnel. Eines der imposantesten technischen Bauwerke ist das Schiffshebewerk bei Arzviller, welches einen Höhenunterschied von über 44 Meter überwindet und vor Ort in Aktion besichtigt wurde. Fachkundige Erläuterungen und ein Blick auf einige Hausboote aus nächster Nähe waren inklusive.

    Auf der Fahrt zum Hotel in Riquewihr quer durch die Vogesen wurde bei schönstem Wetter auf dem imposanten Buntsandsteinfels Le Rocher de Dabo eine nachmittägliche Kaffee-Picknick-Pause eingelegt. Die Höhe von 664 Meter bot einen grandiosen Überblick über die nördlichen Vogesen und die in die Landschaft eingebetteten Dörfer. Im Verhältnis zum Kinzigtal fiel auf, dass es in den Dörfern und an den -Rändern keine Gewerbeansiedlungen gab. Fehlende Arbeitsplätze. Durch einen Aufstieg auf den Turm der Kapelle St. Leo IX auf dem Gipfel des Berges wurde dieser Eindruck noch einmal verstärkt.

    Den Abschluss des ersten Tages bildete ein Abendessen mit elsässischen Spezialitäten in der Domaine Charles Sparr und ein Rundgang durch Riquewihr.

    Am zweiten Tag stand eine Führung im mittelalterlichen Fachwerkstädtchen Bergheim (ca. 1.800 Einwohner) auf dem Programm. Dabei wurde deutlich, dass die Gemeinden im ländlichen Raum des Elsass mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben wie in Deutschland. Neben schönen und gepflegten Straßen und Gebäuden war auch leerstehende, verfallende Bausubstanz zu entdecken. Nach dem geführten Stadtrundgang begrüßte uns der ehrenamtliche Bürgermeister Pierre Bihl, der auch Stellvertreter des Departmentpräsidenten ist, bei Kougelhopf und Cremant und stellte seine Gemeinde vor. Insbesondere berichtete er über seine Erfahrungen auf dem Gebiet der interkommunalen Zusammenarbeit, der Bauleitplanung und Entwicklungsziele vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. Der Bau von Alten- und Pflegeheimen sowie Parkgebühren und -regelungen in der Innenstadt vor dem Hintergrund der Belebung des innerörtlichen Handels sind auch in Bergheim aktuelle kommunalpolitische Themen.

    Anschließend führte die Fahrt nach Straßburg, um die Stadt-/Umlandbeziehung kennen zu lernen. Zunächst erwartete die Exkursionsteilnehmer eine sachkundig geführte Stadtrundfahrt mit dem Bus, der ein Altstadtrundgang zu Fuß inklusive Münsterbesichtigung folgte. Natürlich durfte ein Besuch des Europäischen Parlamentes nicht fehlen. Von der Besuchertribüne aus konnte die Debatte um die "Zulassung der Verarbeitung und Vermarktung von Produkten mit geklonter Herkunft" verfolgt werden. Eine Mitarbeiterin des Besuchsdienstes des Parlaments stand anschließend für alle Fragen rund um den Parlamentsbetrieb und das Leben eines Abgeordneten im Europäischen Parlament zur Verfügung. Zum Abschluss des Aufenthalts im Parlament stand eine Diskussion mit der EU-Haushaltsexpertin Frau Dr. Ingeborg Gräßle MdEP (EVP), Heidenheim, auf der Tagesordnung.

    Nicht fehlen darf bei einem Besuch im Elsass natürlich die Besichtigung eines Weingutes. Angemeldet waren wir bei der Domaine Hering in Barr. Nach der Kellerbesichtigung und der Vorstellung des Betriebes durch das Betriebsleiterehepaar Fabienne und Jean-Daniel Hering durften wohlschmeckende Weine verkostet werden. Unter den sieben im Elsass überwiegend angebauten Rebsorten ist mit dem Pinot Noir (Spätburgunder) nur ein Rotwein zu finden. Das Abendessen dieses Tages vermittelte ein weiteres elsässer Lebensgefühl: Flammkuchen satt in verschieden Variationen.

    Der letzte Exkursionstag begann mit einer Besichtigung und Führung auf der Hoch-Königsburg. Wie das Elsass insgesamt besitzt diese Burg eine interessante und vor allem wechselhafte Geschichte. Genauso wechselhaft war das Wetter an diesem Morgen. Die Vogesen zeigten sich von ihrem zweiten Gesicht: Regen und dichter Nebel, leider an diesem Tag keine grandiose Fernsicht von hier oben.

    Die nächste Station war eine Ferme Auberge, eine bäuerliche Herberge in den Vogesen – quasi das Pendant zum Schwarzwaldhof mit Pensionsangebot. In den rund 50 Ferme Auberges der Vogesen werden traditionell neben der Land- und Forstwirtschaft mit Tourismus und Selbstvermarktung weitere Einkommensquellen erschlossen. Auf dem Speiseplan stand eine weitere Elsässer Spezialität – der Bäckeoffe. Zutaten sind (kurzgefasst) verschiedene Fleischsorten, allerlei Gemüse und Kartoffeln, eben was die Speisekammer und die jeweilige Jahreszeit im Moment zu bieten hat. Ein ideales Gericht, um die eigenen Produkte zur Bewirtung von Gästen veredeln zu können.

    Ein Varieté-Theater wie in Paris im ländlichen Raum mitten im Elsass – ist das vorstellbar und rentabel? Ob rentabel, wird die Zeit zeigen müssen. Aber für uns auf jeden Fall jetzt auch vorstellbar. Denn in Soultzmatt kann man genau dies finden. Aus der ehemaligen Produktionshalle einer Sprudelfabrik entstand im Jahr 2008 für eine Investitionssumme von rund fünf Millionen Euro das Varieté-Theater Le Paradis de Scources, das den Vergleich mit den großen Bühnen von Paris nicht zu scheuen braucht. In einer 105 minütigen Non-Stop-Revue wurden die Reiseteilnehmer verzaubert und in eine andere Welt entführt.

    Langsam neigte sich auch die 7. VTG-Fachexkursion ihrem Ende entgegen. Auf der Fahrt durch das Rheintal und das Elztal fasste Oskar Sessler, stellvertetender VTG-Vorstand, die Höhepunkte und die neu gewonnenen Eindrücke und Erkenntnisse nochmals zusammen.

    Der letzte Halt war wieder im Schwarzwald, nahezu am Ausgangspunkt der 3-tägigen Fachexkursion 2011. Im Landhotel Hirschen in Oberwolfach schmeckte den Teilnehmern nach drei Tagen kulinarischer Spezialitäten des Elsass  auch das reichhaltige Schwarzwaldbuffet wieder sehr gut. Zwischen Suppe und Hauptgang auch eine Gelegenheit für Jürgen Nowak, Bürgermeister von Oberwolfach und stellvertretender Präsident des VTG, noch abschließend seine Gemeindeentwicklung, den ländlichen Tourismus und seine Flurneuordnung vorzustellen.

    Mit vielen neuen Eindrücken, Ideen, Anregungen und Erkenntnissen im Kopf haben die Exkursionsteilnehmer übereinstimmend festgestellt, dass sich diese VTG-Fachexkursion wieder einmal gelohnt hat.

    Die Fachexkursion 2012 wird voraussichtlich nach Hessen führen. Erste Anmeldungen liegen der Geschäftsstelle bereits vor.

  • Fachexkursion 2009 "Pfalz - Mosel - Luxemburg"

    Fachexkursion  2009 "Pfalz - Mosel - Luxemburg"

     

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    In diesem Jahr führte die 3-tägige VTG-Fachexkursion, an der rd. 50 Mitglieder, Vorstände und Beschäftigte des VTG und der Flurneuordnungsverwaltung teilgenommen haben,nach Rheinland-Pfalz und Luxemburg. Nach der Begrüßung auf dem Hambacher Schloss bei Neustadt an der Weinstraße durch den rheinland-pfälzischen VTG-Geschäftsführer Heribert Sperlich gab Dr. Janik von der Pfalz.Marketing einen Überblick über mögliche Ansätze regionaler Werbestrategien. In Konken erläuterte Bgm. Bender die bereits realisierten Maßnahmen der Dorfentwicklung, der Flurneuordnung, die regionale Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte in der „Kulinarischen Landstraße“ und die lokale Fernwärmeversorgung durch eine Biogasanlage. Anschließend konnten sich die Exkursionsteilnehmer auf einer 20 km langen Draisinenfahrt sportlich betätigen und vom touristischen Potenzial einer stillgelegten Bahnstrecke selbst überzeugen. Nach dem Quartierbezug im Hotel Zummethof hoch über der Moselschleife bei Leiwen durfte eine ausführliche Kostprobe hervorragender Mosel-Rieslingweine nicht fehlen. Am 2. Tag gings mit dem Bus durch den European Geopark Vulkaneifel zur Gerolsteiner Brunnen GmbH & Co. KG, wo nach der Betriebsbesichtigung alle aktuellen Produkte verkostet wurden. Nach einer ausführlichen Besichtigung des landwirtschaftlichen Betriebs von Johannes Billen, dem Präsidenten des VTG Rheinland-Pfalz und Vizepräsidenten im BTG, gings von Kaschenbach zur Steillagenflurbereinigung an die Mosel. Die Erläuterungen der Flurbereinigungskollegen des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum in Bernkastel-Kues haben letztlich dazu geführt, dass das Moseltal mit seinen charakteristischen Steillagen bei der anschließenden nahezu 3-stündigen Schifffahrt mit anderen, sehr viel fachkundigeren Augen gesehen werden konnte. Am letzten Tag wurden die Exkursionsteilnehmer vom Chef der Flurneuordnung in Luxemburg, Herrn Präsident Charles Konnen, begrüßt. Nach seinem Einblick in den Aufbau und die Tätigkeiten der Flurneuordnungsverwaltung in Luxemburg stand eine 2-stündige Stadtführung mit Rundfahrt und Rundgang durch Luxemburg auf dem Plan. Beeindruckend waren die vielen Einrichtungen der EU und die zahlreichen Banken im neu errichteten Stadtteil Kirchberg. Der letzte Halt war im vorderpfälzischen Rülzheim auf der Straußenfarm Mhou. Beim kulinarischen Abschluss nach der Betriebsbesichtigung standen viele Gerichte mit Straußenfleisch zur Auswahl.

    Die 3-tägige Fachexkursion wurde bei der Rückfahrt nach Baden-Württemberg abgerundet mit einer fachlichen Reflexion der Reise durch Herrn Dr. Max Mayer.

  • Mitgliederversammlung, 2009 Uttenweiler-Offingen

     Flurneuordnung leistet positiven Beitrag zum Klimaschutz

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    Bussen
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    Klimawandel war, neben den Tätigkeitsberichten des Verbandsvorsitzenden Waldemar Westermayer und des Geschäftsführers Lothar Schlesinger, das zentrale Thema bei der diesjährigen Mitgliederversammlung des Verbands der Teilnehmergemeinschaften Baden- Württemberg (VTG) am 18.06.2009 in der Bussenhalle in Uttenweiler-Offingen.

    Dass sich das Klima aber nicht nur in der Natur, sondern auch im Miteinander verändert hat, machte Jan-Ole Langemack vom Landkreistag deutlich. Er begrüßte die positive Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Landwirtschaftsministerium und Landkreistag. Dies habe dazu geführt, dass die Flurneuordnungsverwaltung durch die Bildung gemeinsamer Dienststellen einen großen Schritt in ein effektiveres Arbeiten gemacht hat.

    Elisabeth Jeggle, wiedergewähltes Mitglied des Europäischen Parlaments, CDU, machte deutlich, dass sich eine Veränderung des Weltklimas bereits abzeichnet und auch die Landwirtschaft davon betroffen ist. Daher ist es vordringlich neue Strategien zu entwickeln. Innerhalb Europas, aber auch innerhalb Deutschlands wird es Gewinner- und Verliererregionen geben. Wichtig ist jedoch, dass es in der EU eine funktionierende Landwirtschaft geben muss. Das bedeutet, dass die Nahrung für die EU-Bevölkerung auch in der EU produziert wird. Elisabeth Jeggle sieht dabei die Landwirtschaft als Teil der Lösung. Positiv hervorzuheben ist, dass die Produktion der Treibhausgase in der Landwirtschaft in den vergangen Jahren, auch durch die Flurbereinigung, zurück gegangen ist. Die Flurbereinigung trägt dazu bei, die Produktions- und Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft im Einklang mit nachhaltigem Naturschutz zu verbessern. Dazu gehören leistungsfähige Wegenetze, wirtschaftlich günstige Flurstücksgrößen, notwendige Bodenverbesserungen und geregelte Wasserverhältnisse. Dies alles stellt sich auch positiv für den Erhalt der Kulturlandschaften dar.

    Herr Präsident Hansjörg Schönherr vom Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg verdeutlichte in seinem Fachvortrag den Zusammenhang zwischen Klimawandel und Geodaten. Er machte am Beispiel einer Hochwassersimulation deutlich, wie mit Hilfe des Amtlichen Topographisch-Kartographischen Informationssystems Vorhersagen für die Ausmaße von Hochwassern getroffen werden können. Mit Hilfe von Geodaten können bereits heute Städte und Gemeinden bei der Planung von Verkehrsanlagen und den damit verbundenen Lärmschutzmaßnahmen, sowie bei der Identifizierung geeigneter Standorte für die Nutzung von erneuerbare Energien, wie beispielsweise Photovoltaikanlagen oder Windenergieanlagen, unterstützt werden. Eine zukunftsweisende Technologie, welche auf digitale Geodaten zurückgreift, ist das Precision Farming (zu deutsch "präziser Ackerbau"). Darunter wird ein Verfahren der ortsdifferenzierten und zielgerichteten Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Nutzflächen verstanden. Ziel ist es dabei, die Unterschiede des Bodens und der Ertragsfähigkeit innerhalb eines Feldes zu berücksichtigen. Die kleinräumige Boden- und (Pflanzen-) Bestandsführung ermöglicht eine gezieltere Saat bzw. Düngung und kann damit zu Einsparungen bei Betriebsmitteln und einer ökologischen Entlastung durch geringeren Einsatz von Herbiziden und mineralischen Düngern beitragen. Dies ist ein Beitrag zu einer nachhaltigen, integrativen und umweltschonenden Landwirtschaft.

    Welchen Einfluss die Flurneuordnungsverwaltung auf die Auswirkungen des Klimawandels durch eine gezielte Steuerung der Verfahren in Baden-Württemberg hat, stellte Herr Gerhard Walter vom Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg in seinem Vortrag „Klimawandel und Flurneuordnung“ deutlich heraus. So werden derzeit bereits kurzfristig Maßnahmen ergriffen, um Auswirkungen von Unwetterkatastrophen, wie sie beispielsweise am Bodensee in den letzten Wochen aufgetreten sind, schnellstmöglich zu beseitigen. Diese Klimafolgen-Verfahren sind neben Hochwasserschutzverfahren und Naturschutzverfahren Schwerpunkte des Arbeitsprogramms der Flurneuordnung. Klar ist aber auch, dass es keine Standardlösungen gibt, sondern individuelle Planungen und Umsetzungen notwendig sind.

    Bei der Exkursion am Nachmittag konnten sich die Teilnehmer die ortsansässigen Biogasanlagen erläutern lassen und einen Einblick in die derzeit laufenden Flurbereinigungsverfahren in Uttenweiler und Alleshausen erhalten. Hier wird im Rahmen der Flurneuordnung ein Teil des früher deutlich größeren Federsees, die Ried- und Stockwiesen bei Alleshausen, wieder vernässt. Die Vernässungsmaßnahmen sollen den Moorboden vor dem Verfall retten und die Bindewirkung von CO2 wieder herstellen.

    Zum Abschluss besichtigten die Teilnehmer die Wallfahrtskirche auf dem Bussen, den Heiligen Berg Oberschwabens.

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    Die Fachvorträge finden sie hier

     

    Klimawandel und Geodaten
    Präsident Hansjörg Schönherr
    Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung (LGL)

     

    Klimawandel und Flurneuordnung

    VD Gerhard Walter
    Referatsleiter Landschaftspflege, Umweltschutz beim LGL

  • Mitgliederversammlung, 2008 Hausach

    Flurneuordnung - Cluster Forst und Holz

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    zum Bericht im Schwarzwälder Bote am 10.07.2008

    zum Bericht im Schwarzwälder Bote am 11.07.2008

    zum Bericht im Offenburger Tagblatt am 12.07.2008

    zum Bericht im Schwarzwälder Bote am 12.07.2008

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     Mehr Personal für die Flurneuordnung gefordert

    Hausach. Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung des VTG stand neben den satzungsgemäßen Regularien das Thema "Cluster Forst und Holz" im Vordergrund. Peter Wälde, Vorstandsmitglied in der TG Gutach (BZ), stv. Präsident der Forstkammer Baden-Württemberg und 1. Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Mittlerer Schwarzwald (FMS) hat in seinem Vortrag einen eindrucksvollen Einblick in die Organisation und Arbeit der FMS gegeben. Assistiert vom Geschäftsführer der FMS-Servive GmbH Joachim Prinzbach wurde die Strategie der FMS "Von der Baum- bis zur Kundenpflege, Optimierte Holzvermarktung" mit konkreten Fakten und Zahlen unterlegt. Die FMS ist der Zusammenschluss von 3.600 Privatwaldbesitzern des Mittleren Schwarzwaldes, deren Aktivitäten bundesweit Beachtung finden. Sie steht für das gelungene Beispiel einer regional ausgerichteten Wertschöpfungskette rund ums Holz. Mit den auch im Kinzigtal laufenden Beschleunigten Zusammenlegungsverfahren (BZ) nach dem Flurbereinigungsgesetz und dem damit einhergehenden Waldwegebau werde ein nachhaltiger Beitrag zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit und der Waldbewirtschaftung geleistet.

    Ein weiteres Schwerpunktthema war die unzureichende Personalausstattung der Flurneuordnungsverwaltung durch die im Rahmen der Verwaltungsreform anzustrebende Effizienzrendite. Der VTG-Vorsitzende Waldemar Westermayer richtete einen eindringlichen Apell an die Verantwortlichen auf Landes- und Kreisebene. Aus seiner Sicht können viele dringend erwartete Flurneuordnungsverfahren nicht angeordnet werden, weil das für die Bearbeitung erforderliche Personal nicht zur Verfügung steht. Doch spürbare Verbesserungen konnten weder vom Vertreter des Landkreistages, Jan-Ole Langemack, noch vom Vertreter des Ministeriums Ländlicher Raum, Luz Berendt, in naher Zukunft in Aussicht gestellt werden.

    Lediglich der Vertreter der GRÜNEN im Landtag von Baden-Württemberg, Reinhold Pix, MdL, konnte für sich in Anspruch nehmen, dass seine Fraktion für eine merkliche Personalaufstockung in der Flurneuordnung eintrete.

    Siegfried Kauder, MdB CDU, Abgeordneter für Hausach und den Wahlkreis Villingen-Schwenningen, gab in seinem Grußwort einen aktuellen Situationsbericht über Entwicklungen auf Europäischer und Bundes-Ebene. Während die EU eine Kürzung der 2. Säule vorsehe und über die Modulation einen Ausgleich erreichen wolle, habe der Bund seine Mittel für die Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes" aufgestockt.

    Bei der anschließenden Exkursion wurden den Tagungsteilnehmern ein von der Stadt Hausach betriebenes Hackschnitzelheizkraftwerk , Beispiele des Waldwegebaus und der Walderschließung sowie eines der modernsten Sägewerke, das Hausacher Sägewerk Streit besichtigt.

  • Besuch des VTG Sachsen-Anhalt, 2009

    Besuch des VTG Sachsen-Anhalt

    Die Fachexkursion anlässlich des 10-jährigen Bestehens des VTG Sachsen-Anhalt führte die Mitarbeiter des Verbandes vom 12.-14. Mai 2009 nach Baden-Württemberg. Mit Unterstützung des VTG Baden-Württemberg und des Flurneuordnungsamtes Offenburg konnte ein umfangreiches Exkursionsprogramm zusammengestellt werden. Nach einer langen Anreise mit Zwischenstopp in Heidelberg

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    begrüßte uns am Abend des 12. Mai Herr Bürgermeister Jürgen Nowak in Oberwolfach im Herzen des Schwarzwaldes. Herr Nowak, der gleichzeitig stellv. Verbandsvorsitzender des VTG Baden-Württembergs ist, stellte in seiner Begrüßungsrede die Gemeinde Oberwolfach vor und stimmte die Exkursionsteilnehmer auf die bevorstehende Exkursion ein.

    Bei der Exkursion am 13. Mai standen die Themenschwerpunkte „Cluster Wald und Holz“, „Multifunktionale Landwirtschaft“ sowie „Rebflurbereinigung“ im Mittelpunkt. Unter der Exkursionsleitung von Herrn Geschäftsführer Lothar Schlesinger (VTG Baden-Württemberg) und Herrn Hitz (stellv. Leiter des Flurneuordnungsamtes Offenburg) wurde zunächst ein allgemeiner Überblick über die Flurneuordnung im Schwarzwald gegeben. Zu diesem Zweck erfolgte die Auffahrt zum „Brandenkopf“, von dem sich ein imposanter Ausblick über den Schwarzwald bot.

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    Herr Bürgermeister a.D. Manfred Kienzle aus Hausach erläuterte den Teilnehmern bereits während der Auffahrt die besonderen Bedingungen und Schwierigkeiten, mit denen die Landwirte im Schwarzwald konfrontiert werden. Bereits in seinen Ausführungen wurde deutlich, welch enormen Stellenwert die Flurneuordnung bei der Lösung der vorhandenen Konflikte leistet. Herr Geschäftsführer Schlesinger und zwei Bausachbearbeiter des VTG Baden-Württemberg gaben einen beeindruckenden Einblick in die Arbeit des Verbandes und seine Schnittstellen zu den Teilnehmergemeinschaften und den Verwaltungen vor Ort.

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    Im Sägewerk Streit in Hausach konnten sich die Exkursionsteilnehmer einen Überblick über die Holzverarbeitung im Schwarzwald verschaffen.

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    Dabei wurde u.a. deutlich, wie wichtig der Waldwegebau im Rahmen der Flurneuordnung ist, um die Waldbewirtschaftung und den Holztransport überhaupt gewährleisten zu können. Anschließend wurden die Teilnehmer auf dem Hof der Familie Ramsteiner durch Herrn Bürgermeister Manfred Wöhrle aus Hausach begrüßt, der Hausach und seine Umgebung vorstellte.

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    Auf dem Ramsteinerhof erläuterten Herr und Frau Ramsteiner auf eindrucksvolle Weise, mit welchen Problemen die Landwirte derzeit zu kämpfen haben und welch enormer Aufwand erforderlich ist, um die Landschaft des Schwarzwaldes in seiner unverwechselbaren Form erhalten zu können. Insbesondere machte Familie Ramsteiner auf die derzeitige dramatische Situation auf dem Milchmarkt aufmerksam, die ein kostendeckendes produzieren zurzeit nicht mehr möglich macht. Bei einer zünftigen Mostvesper konnten sich die Teilnehmer zudem von dem selbst produzierten und vermarkteten Angebot an Käse, Schinken und Wurst der Fam. Ramsteiner überzeugen. Eine moderne Hackschnitzelanlage im Keller und eine Photovoltaik- Anlage auf den Stalldächern sowie die hofeigenen Ferienwohnungen rundeten das Gesamtbild eines multifunktional ausgerichteten Schwarzwaldhofes ab. Als letzten Themenschwerpunkt widmeten sich die Exkursionsteilnehmer dann der Rebflurbereinigung. Auf der Terrasse des Schloss Staufenberg gab Herr Hitz vom Flurneuordnungsamt Offenburg einen Überblick über die Probleme der Winzer in der Region und über die laufenden Maßnahmen der Flurneuordnung.

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    Im anschließenden Fußmarsch durch das Rebgebiet erläuterte Herr Georg Gmeiner (TG-Vorsitzender und Ehrenvorstand der Durbacher Winzergenossenschaft) sehr eindrucksvoll, welche Anstrengungen erforderlich sind, um die hohe Qualität des Weines der Region ständig sicherstellen zu können. Nicht zuletzt stellte er die Maßnahmen der Flurneuordnung heraus, mit deren Hilfe die Bewirtschaftung der Weinberge auch für die nachfolgenden Generationen gesichert werden kann. In der abschließenden Weinprobe im neu erbauten „Steinbeg-Häusle“ der Winzergenossenschaft Durbach konnten sich die Exkursionsteilnehmer von der hohen Qualität des Weines überzeugen.

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    Der Abschlusstag der Exkursion wurde schließlich noch zu einem Abstecher nach Straßburg genutzt, wo sich die Teilnehmer im Rahmen einer Stadtführung über die Sehenswürdigkeiten und die Geschichte Straßburgs informieren konnten.

    Alles in allem war die Fachexkursion eine rundum gelungene Veranstaltung, die bei den Teilnehmern viele Impulse und Anregungen für die tägliche Arbeit des VTG Sachsen-Anhalt hinterlassen haben. Ein herzliches Dankeschön allen Mitwirkenden aus Baden-Württemberg, ohne deren Einsatz die Exkursion in dieser beeindruckenden Form nicht möglich gewesen wäre.

    Joachim Hartmann, Geschäftsführer
    VTG Sachsen-Anhalt