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Flurneuordnung leistet positiven Beitrag zum KlimaschutzKlimawandel war, neben den Tätigkeitsberichten des Verbandsvorsitzenden Waldemar Westermayer und des Geschäftsführers Lothar Schlesinger, das zentrale Thema bei der diesjährigen Mitgliederversammlung des Verbands der Teilnehmergemeinschaften Baden- Württemberg (VTG) am 18.06.2009 in der Bussenhalle in Uttenweiler-Offingen. Dass sich das Klima aber nicht nur in der Natur, sondern auch im Miteinander verändert hat, machte Jan-Ole Langemack vom Landkreistag deutlich. Er begrüßte die positive Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Landwirtschaftsministerium und Landkreistag. Dies habe dazu geführt, dass die Flurneuordnungsverwaltung durch die Bildung gemeinsamer Dienststellen einen großen Schritt in ein effektiveres Arbeiten gemacht hat. Elisabeth Jeggle, wiedergewähltes Mitglied des Europäischen Parlaments, CDU, machte deutlich, dass sich eine Veränderung des Weltklimas bereits abzeichnet und auch die Landwirtschaft davon betroffen ist. Daher ist es vordringlich neue Strategien zu entwickeln. Innerhalb Europas, aber auch innerhalb Deutschlands wird es Gewinner- und Verliererregionen geben. Wichtig ist jedoch, dass es in der EU eine funktionierende Landwirtschaft geben muss. Das bedeutet, dass die Nahrung für die EU-Bevölkerung auch in der EU produziert wird. Elisabeth Jeggle sieht dabei die Landwirtschaft als Teil der Lösung. Positiv hervorzuheben ist, dass die Produktion der Treibhausgase in der Landwirtschaft in den vergangen Jahren, auch durch die Flurbereinigung, zurück gegangen ist. Die Flurbereinigung trägt dazu bei, die Produktions- und Arbeitsbedingungen in der Landwirtschaft im Einklang mit nachhaltigem Naturschutz zu verbessern. Dazu gehören leistungsfähige Wegenetze, wirtschaftlich günstige Flurstücksgrößen, notwendige Bodenverbesserungen und geregelte Wasserverhältnisse. Dies alles stellt sich auch positiv für den Erhalt der Kulturlandschaften dar. Herr Präsident Hansjörg Schönherr vom Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg verdeutlichte in seinem Fachvortrag den Zusammenhang zwischen Klimawandel und Geodaten. Er machte am Beispiel einer Hochwassersimulation deutlich, wie mit Hilfe des Amtlichen Topographisch-Kartographischen Informationssystems Vorhersagen für die Ausmaße von Hochwassern getroffen werden können. Mit Hilfe von Geodaten können bereits heute Städte und Gemeinden bei der Planung von Verkehrsanlagen und den damit verbundenen Lärmschutzmaßnahmen, sowie bei der Identifizierung geeigneter Standorte für die Nutzung von erneuerbare Energien, wie beispielsweise Photovoltaikanlagen oder Windenergieanlagen, unterstützt werden. Eine zukunftsweisende Technologie, welche auf digitale Geodaten zurückgreift, ist das Precision Farming (zu deutsch "präziser Ackerbau"). Darunter wird ein Verfahren der ortsdifferenzierten und zielgerichteten Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Nutzflächen verstanden. Ziel ist es dabei, die Unterschiede des Bodens und der Ertragsfähigkeit innerhalb eines Feldes zu berücksichtigen. Die kleinräumige Boden- und (Pflanzen-) Bestandsführung ermöglicht eine gezieltere Saat bzw. Düngung und kann damit zu Einsparungen bei Betriebsmitteln und einer ökologischen Entlastung durch geringeren Einsatz von Herbiziden und mineralischen Düngern beitragen. Dies ist ein Beitrag zu einer nachhaltigen, integrativen und umweltschonenden Landwirtschaft. Welchen Einfluss die Flurneuordnungsverwaltung auf die Auswirkungen des Klimawandels durch eine gezielte Steuerung der Verfahren in Baden-Württemberg hat, stellte Herr Gerhard Walter vom Landesamt für Geoinformation und Landentwicklung Baden-Württemberg in seinem Vortrag „Klimawandel und Flurneuordnung“ deutlich heraus. So werden derzeit bereits kurzfristig Maßnahmen ergriffen, um Auswirkungen von Unwetterkatastrophen, wie sie beispielsweise am Bodensee in den letzten Wochen aufgetreten sind, schnellstmöglich zu beseitigen. Diese Klimafolgen-Verfahren sind neben Hochwasserschutzverfahren und Naturschutzverfahren Schwerpunkte des Arbeitsprogramms der Flurneuordnung. Klar ist aber auch, dass es keine Standardlösungen gibt, sondern individuelle Planungen und Umsetzungen notwendig sind. Bei der Exkursion am Nachmittag konnten sich die Teilnehmer die ortsansässigen Biogasanlagen erläutern lassen und einen Einblick in die derzeit laufenden Flurbereinigungsverfahren in Uttenweiler und Alleshausen erhalten. Hier wird im Rahmen der Flurneuordnung ein Teil des früher deutlich größeren Federsees, die Ried- und Stockwiesen bei Alleshausen, wieder vernässt. Die Vernässungsmaßnahmen sollen den Moorboden vor dem Verfall retten und die Bindewirkung von CO2 wieder herstellen. Zum Abschluss besichtigten die Teilnehmer die Wallfahrtskirche auf dem Bussen, den Heiligen Berg Oberschwabens. Reh Die Fach-Vorträge finden Sie hier ...Klimawandel und Geodaten Klimawandel und Flurneuordnung Mitgliederversammlung Hausach, 09./10.07.2008... zum Bericht im Offenburger Tagblatt am 09.07.2008 ... zum Bericht im Schwarzwälder Bote am 10.07.2008 ... zum Bericht im Schwarzwälder Bote am 11.07.2008 ... zum Bericht im Offenburger Tagblatt am 12.07.2009 ... zum Bericht im Schwarzwälder Bote am 12.07.2008
Mehr Personal für die Flurneuordnung gefordert
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Die Fachexkursion anlässlich des 10-jährigen Bestehens des VTG Sachsen-Anhalt führte die Mitarbeiter des Verbandes vom 12.-14. Mai 2009 nach Baden-Württemberg. Mit Unterstützung des VTG Baden-Württemberg und des Flurneuordnungsamtes Offenburg konnte ein umfangreiches Exkursionsprogramm zusammengestellt werden. Nach einer langen Anreise mit Zwischenstopp in Heidelberg
begrüßte uns am Abend des 12. Mai Herr Bürgermeister Jürgen Nowak in Oberwolfach im Herzen des Schwarzwaldes. Herr Nowak, der gleichzeitig stellv. Verbandsvorsitzender des VTG Baden-Württembergs ist, stellte in seiner Begrüßungsrede die Gemeinde Oberwolfach vor und stimmte die Exkursionsteilnehmer auf die bevorstehende Exkursion ein.
Bei der Exkursion am 13. Mai standen die Themenschwerpunkte „Cluster Wald und Holz“, „Multifunktionale Landwirtschaft“ sowie „Rebflurbereinigung“ im Mittelpunkt. Unter der Exkursionsleitung von Herrn Geschäftsführer Lothar Schlesinger (VTG Baden-Württemberg) und Herrn Hitz (stellv. Leiter des Flurneuordnungsamtes Offenburg) wurde zunächst ein allgemeiner Überblick über die Flurneuordnung im Schwarzwald gegeben. Zu diesem Zweck erfolgte die Auffahrt zum „Brandenkopf“, von dem sich ein imposanter Ausblick über den Schwarzwald bot.
Herr Bürgermeister a.D. Manfred Kienzle aus Hausach erläuterte den Teilnehmern bereits während der Auffahrt die besonderen Bedingungen und Schwierigkeiten, mit denen die Landwirte im Schwarzwald konfrontiert werden. Bereits in seinen Ausführungen wurde deutlich, welch enormen Stellenwert die Flurneuordnung bei der Lösung der vorhandenen Konflikte leistet. Herr Geschäftsführer Schlesinger und zwei Bausachbearbeiter des VTG Baden-Württemberg gaben einen beeindruckenden Einblick in die Arbeit des Verbandes und seine Schnittstellen zu den Teilnehmergemeinschaften und den Verwaltungen vor Ort.
Im Sägewerk Streit in Hausach konnten sich die Exkursionsteilnehmer einen Überblick über die Holzverarbeitung im Schwarzwald verschaffen.
Dabei wurde u.a. deutlich, wie wichtig der Waldwegebau im Rahmen der Flurneuordnung ist, um die Waldbewirtschaftung und den Holztransport überhaupt gewährleisten zu können. Anschließend wurden die Teilnehmer auf dem Hof der Familie Ramsteiner durch Herrn Bürgermeister Manfred Wöhrle aus Hausach begrüßt, der Hausach und seine Umgebung vorstellte.
Auf dem Ramsteinerhof erläuterten Herr und Frau Ramsteiner auf eindrucksvolle Weise, mit welchen Problemen die Landwirte derzeit zu kämpfen haben und welch enormer Aufwand erforderlich ist, um die Landschaft des Schwarzwaldes in seiner unverwechselbaren Form erhalten zu können. Insbesondere machte Familie Ramsteiner auf die derzeitige dramatische Situation auf dem Milchmarkt aufmerksam, die ein kostendeckendes produzieren zurzeit nicht mehr möglich macht. Bei einer zünftigen Mostvesper konnten sich die Teilnehmer zudem von dem selbst produzierten und vermarkteten Angebot an Käse, Schinken und Wurst der Fam. Ramsteiner überzeugen. Eine moderne Hackschnitzelanlage im Keller und eine Photovoltaik- Anlage auf den Stalldächern sowie die hofeigenen Ferienwohnungen rundeten das Gesamtbild eines multifunktional ausgerichteten Schwarzwaldhofes ab. Als letzten Themenschwerpunkt widmeten sich die Exkursionsteilnehmer dann der Rebflurbereinigung. Auf der Terrasse des Schloss Staufenberg gab Herr Hitz vom Flurneuordnungsamt Offenburg einen Überblick über die Probleme der Winzer in der Region und über die laufenden Maßnahmen der Flurneuordnung.
Im anschließenden Fußmarsch durch das Rebgebiet erläuterte Herr Georg Gmeiner (TG-Vorsitzender und Ehrenvorstand der Durbacher Winzergenossenschaft) sehr eindrucksvoll, welche Anstrengungen erforderlich sind, um die hohe Qualität des Weines der Region ständig sicherstellen zu können. Nicht zuletzt stellte er die Maßnahmen der Flurneuordnung heraus, mit deren Hilfe die Bewirtschaftung der Weinberge auch für die nachfolgenden Generationen gesichert werden kann. In der abschließenden Weinprobe im neu erbauten „Steinbeg-Häusle“ der Winzergenossenschaft Durbach konnten sich die Exkursionsteilnehmer von der hohen Qualität des Weines überzeugen.
Der Abschlusstag der Exkursion wurde schließlich noch zu einem Abstecher nach Straßburg genutzt, wo sich die Teilnehmer im Rahmen einer Stadtführung über die Sehenswürdigkeiten und die Geschichte Straßburgs informieren konnten.
Alles in allem war die Fachexkursion eine rundum gelungene Veranstaltung, die bei den Teilnehmern viele Impulse und Anregungen für die tägliche Arbeit des VTG Sachsen-Anhalt hinterlassen haben. Ein herzliches Dankeschön allen Mitwirkenden aus Baden-Württemberg, ohne deren Einsatz die Exkursion in dieser beeindruckenden Form nicht möglich gewesen wäre.
Joachim Hartmann, Geschäftsführer
VTG Sachsen-Anhalt